Ein MCP Server stellt einer KI-Anwendung Daten und Funktionen über ein gemeinsames Protokoll bereit. Damit kann die KI-Informationen aus angebundenen Systemen nutzen und Werkzeuge aufrufen. Welche Aufgaben die KI übernehmen kann, hängt unter anderem von den bereitgestellten Funktionen und ihrer Integration in die bestehenden Systeme ab.
Was ist ein MCP Server?
Ein MCP Server ist ein Programm, das einer KI-Anwendung Informationen und Werkzeuge über das Model Context Protocol zugänglich macht.
Das Model Context Protocol, kurz MCP, ist ein offener Standard für die Verbindung von KI-Anwendungen mit externen Systemen. Dazu können Dateien, Datenbanken und ausführbare Funktionen gehören.
Die Architektur besteht aus drei Rollen: der KI-Anwendung als Host, einem Client für die Kommunikation und dem Server, der Informationen oder Funktionen bereitstellt. Ein MCP-Server kann lokal oder auf einem entfernten System laufen.
Welche Möglichkeiten eröffnet MCP für Unternehmen?
MCP verbindet KI-Anwendungen mit Informationsquellen und Funktionen, die außerhalb des Sprachmodells liegen.
Ein mögliches Einsatzszenario sind Unternehmens-Chatbots, die mehrere Datenbanken anbinden und Daten über einen Dialog auswerten können. Entscheidend ist dabei die Verbindung zu einer konkreten Quelle.
Auf Serverseite stellt MCP drei Bausteine bereit: Ressourcen liefern Kontext, etwa Inhalte aus Dateien oder Datenbanken. Werkzeuge führen Funktionen aus, beispielsweise eine Datenbankabfrage oder einen API-Aufruf. Prompts sind wiederverwendbare Vorlagen für die Interaktion.
Für die Planung eines Anwendungsfalls lohnt sich deshalb eine klare Unterscheidung: Welche Informationen braucht die KI, und welche Handlung soll sie ausführen? Eine Auskunft aus einem System und eine Änderung im selben System sind unterschiedliche Aufgaben.
Ein Beispiel aus unserer eigenen Praxis: Wir haben einen MCP Server entwickelt, über den unsere KI-Plattform HeinzAI auf die Zeiterfassung in unserem SAP-System zugreift. Mitarbeitende können darüber bereits gebuchte Zeiten abfragen und neue Zeiten buchen, also sowohl Informationen abrufen als auch Daten im System ändern.

Über einen MCP Server können KI-Anwendungen Informationen aus Unternehmenssystemen abrufen und definierte Funktionen aufrufen.
Wie wird aus einer verfügbaren Funktion ein KI-Werkzeug?
Ein Werkzeug erhält eine Beschreibung und definierte Eingaben, über die die KI-Anwendung es aufrufen kann.
Ein MCP Server stellt die verfügbaren Werkzeuge bereit. Die KI-Anwendung kann diese ermitteln und über das Protokoll aufrufen. In einer agentischen Anwendung kann das Sprachmodell anhand der Werkzeugbeschreibungen einen passenden Aufruf vorschlagen. Die Anwendung steuert dessen Ausführung und mögliche Freigaben.
Die Werkzeugdefinition beschreibt unter anderem die Funktion und die erwarteten Eingabeparameter. Das Ergebnis gelangt anschließend zurück an die Anwendung.
Das Protokoll regelt den Austausch. Wie die Anwendung den erhaltenen Kontext verarbeitet und das Sprachmodell einsetzt, legt MCP selbst nicht fest.
Wie entscheidend die Qualität der Beschreibungen und Eingaben ist, zeigt sich auch bei unserer SAP-Zeiterfassung: Fragt jemand etwa nach den gebuchten Stunden der Vorwoche, muss die Werkzeugbeschreibung eindeutig festlegen, wie der Zeitraum anzugeben ist. Unklare Beschreibungen können dazu führen, dass das Sprachmodell falsche Eingaben verwendet oder ein passendes Werkzeug nicht auswählt.
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Welche Grenzen und Kontrollen gehören dazu?
Die Anbindung über MCP ersetzt weder Zugriffskontrollen noch die Prüfung eines Werkzeugaufrufs.
MCP setzt hier klare Anforderungen: Server müssen unter anderem Eingaben validieren und geeignete Zugriffskontrollen umsetzen. Clients sollen bei sensiblen Aktionen eine Bestätigung durch den Nutzer einholen.
Welche Aktion im Geschäftsprozess fachlich zulässig oder sinnvoll ist, regelt das Protokoll jedoch nicht. Das muss für jeden Anwendungsfall festgelegt werden.
Prüfe daher für den vorgesehenen Anwendungsfall, welche Werkzeuge bereitgestellt werden, welche Eingaben sie akzeptieren und an welchen Stellen Menschen einen Aufruf freigeben sollen.
In unserer eigenen Anbindung sieht das dann so aus: Das Abfragen gebuchter Zeiten ist eine reine Auskunft. Eine neue Zeitbuchung verändert dagegen Daten im SAP-System und wird deshalb erst ausgeführt, nachdem der Mitarbeitende sie bestätigt hat.
Wie lässt sich ein passender Einstieg vorbereiten?
Ein klar beschriebener Anwendungsfall macht die benötigten Daten, Funktionen und Entscheidungspunkte sichtbar.
Beschreibe zunächst die Aufgabe, die beteiligten Systeme und das erwartete Ergebnis. Ordne anschließend zu, welche Schritte Informationen abrufen und welche Schritte Änderungen auslösen. So erhält die technische Bewertung eine konkrete fachliche Grundlage.
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So könnte ein MCP Server in deinem Unternehmen zum Beispiel eingesetzt werden: Der Vertrieb ruft Lieferstatus und Verfügbarkeiten per Frage an die KI ab, das Controlling erhält offene Posten direkt aus den aktuellen SAP-Daten, und der Einkauf lässt Bestellanforderungen vorbereiten, die erst nach Freigabe in SAP angelegt werden.
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